[[ Was eine web-site kostet, wenn sie Exzellenz darstellt.

Diese Internetseite ist seit Anfang August online und kostet mich – außer der Zeit, die ich hineinstecke – NICHTS! Nun ist das hier ja mehr ein Hobby, professionelle Seiten kosten natürlich schon etwas: da wäre zuerst mal ein eigener web-server bei einem Provider. Dann muss die Webseite individuell gestaltet und eine Verwaltungsmöglichkeit für den Betreiber programmiert werden. Und dann? Software-Aktualisierungen hin und wieder … Ach ja, wenn man die Inhalte nicht selber erstellt, muss man natürlich dafür andere Leute bezahlen.

Obwohl ich mich viel im Internet herumtreibe kannte ich die Seite 2010lab.tv bislang nicht. Das kann daran liegen, dass es sich dabei um ein weiteres Leuchtturm-Projekt der Ruhr2010 handelt. Nur war der Leuchtturm so diesmal so hoch, dass er in den Wolken verschwunden ist und vom Boden der Tatsachen aus nicht mehr zu erkennen.

Diese web-site kostet nun eine Menge Geld:

Insgesamt ist für 2010lab.tv bis Ende 2011 eine öffentliche Förderung von rund zwei Millionen Euro eingeplant.

Keine Ahnung, wofür das Geld ausgegeben wird, jedenfalls nicht für die Bekanntmachung. Das ist vielleicht aber auch nicht geplant, denn die web-site ist gedacht für einen kleinen elitären Kreis:

„Wir wollen Exzellenz darstellen“, sagt Gorny. „Das kann man nicht in Reichweiten messen.“ Es gehe darum, die „jungen und schrägen“ Menschen zu erreichen und ihnen ein Medium zu bieten, über das sie sich austauschen können. Wenn man 2010lab.tv zumache, könne man auch Arte schließen.

Ich kann nicht sagen, wie viele Zuschauerzahlen arte hat, aber der Vergleich hinkt, weil auch die, die arte nicht ansehen und der Meinung sind, arte heißt Aktionskünstler ruinieren täglich Einschaltquoten, arte immerhin kennen.

Ist es nicht eher so, dass hier Kulturmanager mal wieder eine riesige Subventionsabsaugglocke gefunden haben, eine riesige Geldverbrennungsmaschine, die ein schon im Ansatz gescheitertes Projekt zu überhöhten Kosten am Leben erhält?

Ich frage mich wirklich, wofür das ganze Geld ausgegeben wird.

Im Angesicht des mäßigen Erfolges ist es erstaunlich, welche Summen in das Projekt gesteckt werden. Allein in diesem Jahr 855 000 Euro, wie die Ruhr.2010 berichtet. Für das kommende Jahr sind Ausgaben von 665 000 Euro geplant.

Seine Exzellenz, Herr Gorny, möchte auch nach 2010 Chef von 2010lab.tv bleiben:

Dazu wird das Projekt als ein Standbein in das neue Institut Ecce eingegliedert. Der Verantwortliche bleibt dabei gleich. Wie bei der Ruhr.2010 wird auch bei Ecce alles unter Kontrolle von Dieter Gorny geschehen.

Wo liegt bei diesem seltsamen Doppelbegriff “Kreativwirtschaft” wohl der Schwerpunkt?

Zitate aus: http://www.derwesten.de/nachrichten/im-westen/Gorny-haelt-an-teuerem-Ruhr-2010-Projekt-fest-id3610467.html

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