[[ Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!

Alles, was geschieht, geht dich an.

Denke daran, daß nach den großen Zerstörungen
Jedermann beweisen wird, daß er unschuldig war.

Wacht auf, denn eure Träume sind schlecht!
Bleibt wach, wenn das Entsetzliche näher kommt.
Auch zu dir kommt es, der weit entfernt wohnt von den Stätten, wo das Blut vergossen wird,
auch zu dir und deinem Nachmittagsschlaf,
worin du ungern gestört wirst.
Wenn es heute nicht kommt, kommt es morgen,
aber sei gewiß.

Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind!
Seid misstrauisch gegen ihre Macht, die sie vorgeben für euch erwerben zu müssen!
Wacht darüber, dass eure Herzen nicht leer sind, wenn mit der Leere eurer Herzen gerechnet wird!
Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet!
Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!

Günter Eich: Träume. 1950

Da waren wir wohl viel zu lange Öl statt Sand im Getriebe, denn die Ordner der Stadt machen, was sie wollen.

Herr Sauerland bleibt uns als Oberbürgermeister erhalten:

http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3707836/create

Kommentar unter http://www.ruhrbarone.de/sauerland-in-duisburg-abwahl-wird-sich-abwahlen-lassen/

Die Frage ist, wie es nun in Duisburg weiter gehen kann, wenn der Rat (d.h. die CDU-Ratsmitglieder) die Weiche so eindeutig in Richtung Sauerland gestellt haben.

Gibt es überhaupt noch alternative Handlungsmöglichkeiten?

Wie kann die ganze Enttäuschung in sinnvolles politisches Handeln gebündelt werden?

Ist eine Bürgerinitiative, die sich um den Erhalt der Demokratie in Duisburg kümmert, eine sinnvolle Sache?

Oder muss eine neue (Splitter-)Partei gegründet werden, die dann 2015 gegen die jetzt im Rat sitzenden Parteien antritt?

Ist der Rechtsstaat noch in der Lage, mit dem ihm zu Gebote stehenden Mitteln, politische Verantwortung zu klären und durchzusetzen? Oder ist die repräsentative Demokratie hier an Grenzen gestoßen?

Ich denke nicht, dass es die Aufgabe der Stadträte ist, nach dem Mehrheitswillen der Bevölkerung abzustimmen, sondern nach ihrem eigenen Gewissen.

Fragt sich nur: Warum fällt die Gewissensentscheidung der Mitglieder einer Partei so einheitlich aus? Müßten sich nicht z.B. in der SPD Sauerlandunterstützer und in der CDU Sauerlandkritiker finden lassen? Zumindest ein einziger “Abweichler”? Schon merkwürdig, dass bei allen Stadträten das Gewissen mit dem Parteibuch zusammenfällt.
Das macht diese gewisse Entscheidung eben so unglaubwürdig und erweckt bei mir den Eindruck, dass die Damen und Herren im Stadtrat eben doch nach politischem Kalkül (= persönlicher oder Partei-Vorteil) abgestimmt haben.

Und das ist auch der Grund, warum ich bei der nächsten Wahl nicht mal mehr das kleinere Übel wählen kann.

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Eine Antwort auf [[ Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!

  1. Anne sagt:

    Hallo duisblog,
    ich danke Dir für die Worte von Günter Eich. Irgendwie fühle ich, dass noch nicht alles verloren ist. Warum, das weiß ich heute selbst noch nicht – aber vielleicht Morgen, Übermorgen …. ? Das unsägliche Verhalten Sauerlands und seiner blinden Vasallen übersteigt für heute mein Fassungsvermögen. Tatsache ist, dass wir nicht länger zulassen dürfen, dass dieser eiskalte Machtmensch im Namen der Duisburger Bürger spricht. Er hat durch sein gefühlskaltes und ausschließlich egozentrisches Verhalten das Recht verwirkt, für “die Duisburger” zu sprechen. “Die Duisburger” sind seinetwegen in zwei Lager gespalten. Traurig genug, dass dieser Möchte-gern-Potentat sogar die Spaltung der Duisburger Bürger bewirkt hat. Die Duisburger haben ihn seinerzeit – warum auch immer – gewählt und es steht ihnen und nur ihnen zu, ihn abzuwählen. Aber wem sage ich das, ich bin sicher, Du denkst ähnlich. Für heute kann ich nicht weiter, muss das alles erst verarbeiten und durchdenken.

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