[[ Von Labyrinthen und Leuchttürmen

In diesem Jahr konnte die Bibliothek nur für 167 000 Euro Medien anschaffen – mehr Geld ist nicht in Sicht (2008 betrug der Anschaffungsetat 900 000 Euro). Der Rückgang der Medien hat sich auf die Zahl der Nutzer bereits ausgewirkt: 2008 kamen noch 670 000 Kunden, 2010 waren es 620 000.

Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Liebe-gilt-der-Bibliothek-id4906728.html

Hier wird bereits konsequent gearbeitet, schließlich muss die neue Bibliothek in die verkleinerten Räume im neuen Adolf-Sauerland-Haus passen. Zuviele Besucher sind nur potenzielle Sicherheitsrisiken, dieser Gefahr muss von Anfang an konsequent begegnet werden. Seit Umberto Eco wissen wir, dass Bibliotheken die Form eines Labyrinths haben können. Sie haben aber niemals die Form eines Leuchtturms. Bibliotheken können auch noch so gut besucht sein: Welche kulturelle Einrichtung der Stadt Duisburg hat im Jahr 620.000 Besucher, verteilt über alle Altersklassen und sozialen Gruppen? Jeder Einwohner ist statistisch ca. 1,3 mal dort gewesen. Besonderes Engagement seitens der Stadtverwaltung ist hier nicht zu erkennen. Die Vorlieben unseres Stadt-Kultur-Leuchtturmwärters sind ja bekannt: Bibliotheken eignen sich eben nur für den Pöbel, der auf den Straßen Unterschriften sammelt, aber nicht für die Kulturschickeria, die mit Bilbao-Effekt nach Duisburg gelockt werden soll. Und der so provozierte Nutzerrückgang wird hinterher dazu dienen, die Mittel weiter einzuschränken.

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