[[ Gedenkstätte oder Shopping-Paradies – plötzlich geht es schnell

Möbelläden im Schnelldurchgang

Beim Gespräch der OB-Kandidaten Link und Lensdorf mit dem WAZ-Leserbeirat waren beide der Meinung, der neue OB müsse als Moderator für die gespräche zwischen Krieger und den Loveparadeopfern zur Verfügung stehen. Krieger hatte kürzlich die Gespräche abgebrochen und alle bereits erreichten Kompromisse abgesagt. (http://duisblog.du.funpic.de/wp/?p=1813) Wie erst jetzt bekannt wird, muss sich der neue OB, wer das auch werden wird, bei seiner Moderatorenfunktion aber beeilen, denn in der selben Sondersitzung des Rates wird zuerst der neue OB vereidigt und gleich danach über die Zukunft des ehemaligen Güterbahnhofsgeländes entschieden.

In meinen Augen hat das ganze Methode: Krieger gibt sich als verständnisvoller Gespächspartner, deutet Kompromisse an und geht auch die Opfer zu. Doch wenn es ernst wird, nimmt er alles zurück und es bleibt keine Zeit mehr, irgendwie einzugreifen.

Es sei denn der Rat der Stadt Duisburg schreitet ein. Der Rat kann festlegen, auf welchem Teil des Geländes ein Möbelhaus und auf welchem Teil eine Gedenkstätte gebaut wird – auch wenn das Gelände Krieger gehört. Da Krieger aber die Mitgleider des Rates persönlich anruft und für seine Ziele Mund zu Mund beatmet, habe ich wenig Hoffnung, das der Rat sich im Sinne der Opfer und Hinterbliebenen einbringt.

Dabei ist es enorm wichtig, nicht nur für die Opfer und Hinterbliebenen, sondern für alle Duisburger, dass der Unglücksort nicht unter den Teppich gekehrt wird, dass der Unglücksort offen und sichtbar in der Stadt bleibt, als Symbol des offenen Umgangs damit, an dem es bis heute mangelt.

Der Rat der Stadt Duisburg muss sich am nächsten Mittwoch, 4. Juli 2012, hinter die Interessen der Opfer und Hinterbliebenen und aller Duisburger stellen und dafür sorgen, dass eine würdige Gedenkstätte gebaut werden kann.

Weitere Infos: http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/stadt-will-krieger-plaene-fuer-moebelhaeuser-durchdruecken-id6817939.html

Unnötig zu erwähnen, dass ich das gesamte Kriegerprojekt für mehr als fragwürdig halte – die Einwände der IHK sind mehr als berechtigt. In Verbindung mit Ostermann in Hamborn, Ikea-Erweiterung und FOC dürfen wir uns dann schon auf die XXL Sonnenstudios und Spielhallen im Forum freuen.

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