[[ Jahrestag

Morgen jährt sich die Katastophe auf der Loveparade zum zweiten mal. Vieles hat sich verändert und vieles bleibt noch zu tun. Adolf Sauerland wurde von den Bürgern aus dem Amt gewählt, aber alle anderen Verantwortlichen sind noch in Amt und würden. Auch der neue Oberbürgermeister beruft sich auf das Gutachten, das die Stadt entlastet. Die Polizei hat ihre Ermittlungen beendet, die Staatsanwaltschaft arbeitet weiter. Wann es juristisch zu einem Ergebnis kommt, ist offen. Noch immer erinenrn die Schilder mit den Abschnittsnummern am verfallenden alten Güterbahnhof an den Tag vor zwei Jahren. Das Gelände für die Gedenkstätte ist gesichert, in Kürze werden die Bagger anrollen und das Gelände grundsätzlich verändern.
Die Trauerfeier zum zweiten Jahrestag kann nun auch in der Mitte der Stadt vor dem Stadttheater stattfinden. Das ist gut so. Das wäre vielleicht aber auch schon möglich gewesen, wenn manch einer, der nun in vorderster Reihe gedenkt, auch schon eher mal öffentlich das Wort ergriffen hätte: für Verantwortung und für die Opfer und Hinterbliebenen. Die Versicherung hat noch imemr nicht die Opfer entschädigt – soweit das überhaupt möglich ist. Stadtverwaltung, Polizie und Lopavent halten noch imemr Informationen zurück, auch wenn der Ablauf des Unglücks weitestgehend geklärt ist.
Nach zwei nun mehr zwei Jahren brauchen die Menschen Frieden: Die Mensche, die auf der Loveparade verletzt wurden, die Menschen, die Angehörige verloren haben und auch die Menschen, die in dieser Stadt leben. Aber Frieden, der kein falscher ist, wird es nur geben, wenn die Verantwortlichen endlich ehrlich sind und offen sprechen. Diesen Konflikt gilt es auszuhalten: Weitere Aufklärung und Aufarbeitung, auch jenseits der juristsichen Verantwortung, zu fordern und sich trotzdem nicht daran aufzureiben.

Gehe ein in Deinen Frieden,
schlafe Deinen guten Schlaf.
Ruh Dich aus von Deiner Arbeit,
und gesegnet sei die Nacht.
Mondlich fließt herab vom Himmelszelt
und der Tau glänzt auf unserm Feld.
Preist den Tag und die Nacht,
preist die Nacht und den Tag,
preist die Sonne, preiset die Erde,
preist den Herrn aller Welten.
Amen, Amen.

Update 24. Juli 2012:
Ganz erstaunlich gestern Abend war die bedrückende Atmosphäre des Ortes. Kaum trat man aus dem Tunnel auf den Platz, lastete etwas schwer auf einem. Obwohl die nacht der 1.000 Kerzen gut besucht war, war es sehr ruhig. Alle sprachen leise, wie in einer Kirche.

Thomas Richter schreibt einen kurzen Bericht unter
Loveparade
Trauer um Loveparade-Opfer in der “Nacht der 1000 Kerzen”
24.07.2012 | 10:24 Uhr
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/trauer-um-loveparade-opfer-in-der-nacht-der-1000-kerzen-id6911507.html
Dazu gibt es Bilder von Stefan Eickershoff.

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