[[ Über Demonstranten und Populisten

Heute versuchte PRO-NRW auch in Duisburg ihre „Volksinitiative gegen Asylmissbrauch“ zu veranstalten. Schließlich erschienen ca. 15 Leute mit anderthalb Stunden Verspätung vor dem Haus in Bergheim, in dem eine große Zahl von Rumänen und Bulgaren lebt. Von Volksinitiative kann angesichts dieser Teilnehmerzahl wohl nur ironisch sprechen. Gleichzeitig versammelten sich ca. 200 Gegendemonstranten auf einer Solidaritätskundgebung für die Bewohner des Hauses. Veranstalter der Gegendemonstration war das Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage.

Angesichts der Teilnehmerzahlen der Pro-NRW-Demo könnte man sich zurück lehnen und beruhigt sagen: In Duisburg haben Rechtsradikale keine Chance. Doch das wäre ein Trugschluss. Viele scheuen sich zwar, zu einer Demonstration von Pro-NRW zu gehen, vertreten aber gerne dieselbe Meinung. Dies erkennt man deutlich, wenn man die Kommentare zu den Berichten in der Presse liest. Völlige Verdrehung der Sachlage und dumpfe Vorurteile regieren. Vielfach ist es der Neid, Neid auf die Ärmsten der Armen, der in den Kommentaren aufblitzt.

12.03.2013 08:36 von damalsinessen | #12
Ja, ja, so ists halt in der EU Gleichmacherwelt…..Kein Wunder das Gott und die Welt nach D kommt, denn hier fließt Milch und Honig. Die Osteuropäer sind schließlich nicht dumm.
Wozu den Monat in der Heimat täglich für 5 Eur, bzw. 150EUR pro Monat arbeiten gehen, wenns bei uns Miete(500 EUR), Nebenkosten(150EUR), Krankenversicherung(350EUR), Hartz(342 EUR) Bargeld und Kindergeld(bspw. für 4 Kinder 750 EUR) für die vielen Kinder gibt….Da lebt sichs wie im Paradies UND DAS MIT NICHTSTUN!!!. Mit ein bissl Schwarzarbeit kommt man auf Beträge, für die NETTO dt. Arbeitnehmer als DOPPELverdiener den ganzen Monat schuften müssen.
Die Wären doch alle dumm, wenn sie nicht zu uns kämen!

12.03.2013 08:06 von Wurzelputz | #9
… Was jetzt unter Armut abläuft ist schlicht und einfach unglaublich zu beschreiben und alles was gerne als Starthilfe gegeben wird als selbstverständlich angesehen und als Dauergabe verlangt.

12.03.2013 07:58 von Jakoko | #8
Da kriege ich Ausschlag wenn ich das lese … wieso in Gottes Namen hat hier jeder der mal eben mit ner 5-Köpfigen Familie hier rüber pilgert Anspruch auf Sozialleistungen?? Während Deutsche einen Amtsstreit nach dem anderen durchmachen müssen!
WIR zahlen das Geld, das die Menschen die einfach hier her kommen, “geschenkt” bekommen…
Die Kassen sind leer?? Ist ja auch kein wunder … denn die die Kohle kriegen stehen ja in keinem Verhältnis zu denen, die Steuern und Sozialabgaben zahlen …
“Hallo, wir sind Deutschland! Kommt rein! Hier kriegt ihr Geld fürs NICHTSTUN! Für die Belagerung von Stadtteilen und ganzen Städten! Und irgendwann, klar … irgendwann gehört dieses Land euch!!! Versprochen!!”

http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/wie-ein-haus-in-duisburg-zum-symbol-der-armutszuwanderung-wurde-id7711235.html

Deshalb noch einmal:
Diese Menschen sind keine Asylbewerber und sie können kein Asyl beantragen, sie genießen als EU-Bürger Freizügigkeit.
Sie dürfen hier nicht arbeiten, es sei denn als hochqualifizierte oder als Selbstständige.
Sie erhalten keine Sozialleistungen, d.h. auch kein Hartz IV.
Sie bekommen Kindergeld und verdingen sich für Stundenlöhne von 2-3 Euro auf dem sogenannten “Arbeiterstrich”.

Wir können also festhalten: In Duisburg gibt es kein Problem mit Rechtsradikalen in Organisierter Form. Was da zustande kommt, ist kaum mal lächerlich. Wir haben in Duisburg aber ein massives Problem mit rechtsradikalem Denken in den Köpfen unserer Nachbarn. Das ist vielleicht noch viel gefährlicher. Es sind nicht die Männer mit Glatze und Springerstiefel, sondern die gutbürgerlichen Familien, in denen rechtsradikale Propaganda auf fruchtbaren Boden fällt. Und leider nicht nur die.

Bei der Gegenkundgebung des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage sprachen unter anderem Oberbürgermeister Sören Link, Pfarrer Heiner Augustin. Ebenfalls zu Wort kommen sollte eine 14 Jahre alte Rumänin, die im Hochhaus wohnt.
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/solidaritaet-gegen-rechtspopulisten-von-pro-nrw-in-duisburg-id7713531.html

Ein Tag zuvor hatte OB Link in der WAZ im Interview gesagt:
Hinzu kommt, dass die Kleinkriminalität stark gestiegen ist, durch Einbrüche, aggressives Betteln, Prostitution.
http://www.derwesten.de/region/rhein_ruhr/wie-ein-haus-in-duisburg-zum-symbol-der-armutszuwanderung-wurde-id7711235.html

Am selben Tag wurde auch die Kriminalstatistik veröffentlicht. Demnach ist Links Aussage falsch.
Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr weniger Einbrüche. … Bei der Duisburger Polizei wurden im Vorjahr 1590 Einbruchsfälle angezeigt, das waren 199 oder rund vier Prozent weniger als noch 2011. Das ist deshalb bemerkenswert, weil die Deliktzahlen für das Land NRW im
Gegensatz dazu um 7,5 Prozent gestiegen sind.

http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/zahl-der-einbrueche-geht-zurueck-id7711812.html

Was soll das? Von anonymen Postern im Internet kann man vielleicht nichts anderes erwarten. Vom Chef der Duisburger Verwaltung und Vorsitzendem des Duisburger Stadtrates aber schon. Ist der OB nicht informiert oder verdreht er bewusst die Tatsachen? Warum unterstützt der Oberbürgermeister von Duisburg mit falschen Aussagen das rechtspopulistische Denken? Wie kann er gleichzeitig auf der Gegendemo sprechen? Wie passt das alles zusammen?

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