[[ Rathausgespräch: “Im Dickicht der Städte. In welcher Stadt wollen wir wohnen?”

Meine Notizen zum 2. Duisburger Rathausgespräch:

Ralf Pagenkopf
wohnt in Rheinhausen, Chef von Strassen.nrw

OB Sören Link

Ralf Schüle
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie
Stellv. Forschungsgruppenleiter
Forschungsgruppe 2: Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik

http://wupperinst.org/kontakt/details/wi/c/s/cd/90/

Randi Crott
WDR, Moderatorin

Michael Bohm, Architekt

http://www.gestag.de

Holk Freytag
Intendant

Bohm: Die Gemengelage einer Stadt spielt sich ab zwischen Investoren, Politik und Verwaltung.
-> Wo sind die Bürger?

Frau Crott fragt nach der Individualität von Städten, für sie sähen alle gleich aus.
Bohm: Das liege an der Geschichte der europäischen Stadt, dass sich Berlin, Rom, Paris und London ähnlich seien. Moderne Gebäude seien individuell.
-> Zeigt er mir Fotos von Gebäuden, die älter als 50 Jahre sind, vielleicht sogar viel älter, kann ich allein an dem Gebäude erkennen, ob es in Berlin, Rom, Paris oder London steht. Das funktioniert mit modernen Gebäuden nicht mehr. Das ist auch nicht individuell sondern beliebig, ohne Identität.

Moderatorin Randi Crott zitierte Karl Kraus: Ich verlange von einer Stadt, in der ich leben soll: Asphalt, Straßenspülung, Haustorschlüssel, Luftheizung, Warmwasserleitung. Gemütlich bin ich selber.

Schüle:
Die Zeit der großen Entwürfe ist vorbei, Städte müssen die Möglichkeiten zur kleinteiligen Gestaltung nutzen.
-> Tum und Link beziehen sich immer wieder auf Duisburg 2027 als vorbildlichen Prozess. Haben die eigentlich verstanden, was Dr. Schüle gesagt hat?

Alles wird in Duisburg besser, weil die Reste des Mercatorhauses gefunden werden. Hier sollen barrierefreie Wohnungen für gut verdienende Familien mit Kindern entstehen, die sie alle leisten können.
-> Ich glaube nicht, dass Tum die Ironie seiner eigenen Sätze erkennt.

Link: Wenn man Auswärtigen den Platz vor dem Rathaus und mit Blick auf das Forum zeigt, dann sind die begeistert, wie schön das geworden ist.
-> Das geht auch nur mit Auswertigen, die nicht wissen, wie es vorher war.

Auf die Frage von Frau Crott nach Problemen der Gentrifizierung und ob ärmere Menschen es sich auch leisten können in attraktiven / modernisierten Quartieren zu wohnen, antwortet OB Sören Link, dass die schon dort hin kämen, aber nicht zum wohnen, sondern um sich dort zu bereichern.
Der Stammtisch lacht amüsiert.
Vorher hatte Link noch erklärt, Duisburg und das Ruhrgebiet seien gelebte Integration. Dann malt er ein Horroszenario über die Einwanderung aus Rumänien und Bulgarien an die Wand. Das könne Duisburg nicht lösen, dass müsse auf Bundes- oder EU-Ebene gelöst oder zumindest von dort geholfen werden.
-> Immer nur auf das “Argument” kein Geld zurückziehen ist etwas dünn, irgend wann muss einem auch mal etwas einfallen.

Als sich Harald Jochums zu Wort meldet, verzieht Link das Gesicht.
Link: Nach dem Krieg sei viel an Architektur zerstört bzw. nicht historisch wieder neu aufgebaut worden.
Jochums: Er macht dasselbe, wenn er heute Zinkhüttenlatz und Bruckhausen abreißen lässt.
Link: Er sei in Bruckhausen gewesen und den Kindern gefällt, was da geplant ist, die freuen sich auf den Grüngürtel.
-> “Ich war da und habe einen getroffen, dem das gefällt”, ist so ziemlich die inhaltsloseste Verteidigung eines Konzeptes, die sich denken läßt.

Link: Bürgerbeteiligung sei wichtig und richtig, aber irgendwann mal muss Politik entscheiden.

Presseberichte:

http://www.rp-online.de/niederrhein-nord/duisburg/nachrichten/grosses-interesse-an-den-rathausgespraechen-1.3488529

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