[[ Neoliberale Volksverdummung, oder: Warum wir die nächsten 11.000 Jahre auf das filmforum verzichten sollten.

Die Seite Deutsche Wirtschafts Nachrichten berichtet heute: Duisburg hat 3,3 Milliarden Euro Schulden und will nicht sparen

Quelle: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/05/21/duisburg-hat-33-milliarden-euro-schulden-und-will-nicht-sparen/

Dort geht es um das filmforum in Duisburg, an dem die Stadt festhält, obwohl es mit 300.000 Euro im Jahr aus dem kommunalen Haushalt unterstützt wird.

Die Steuerzahler werden bis 2017 hart arbeiten müssen, um das bis dahin auflaufende Defizit von fast 1 Million Euro abzuarbeiten.

Die Autoren wollen vorgeblich den hart arbeitenden Steuerzahler in Schutz nehmen. 1 Million, die nur für’s Kino erarbeitet werden müssen, klingt viel. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, weshalb man einen Zeitraum von 3 Jahren betrachtet. Oder gibt es einen anderen Grund, ausgerechnet bis 2017 zu schauen? Warum nicht bis 2016 oder 2018?

Als Expertin dient Diplom-Volkswirtin Karolin Herrmann vom Deutschen Steuerzahlerinstitut. Sie berechnet: „Alle Ausflüchte nutzen nichts, die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Die Stadt Duisburg gehört zu den Rekord-Schulden-Städten. (…) Ende 2012 lag der Schuldenberg der nordrhein-westfälischen Stadt bei unglaublichen 3,3 Milliarden Euro. Das sind 6.700 Euro pro Einwohner. In Anbetracht dieses immensen Schuldenbergs, muss ganz klar gesagt werden, dass sich die Stadt dieses Kino eigentlich gar nicht leisten kann.“

Nun ja, da hat aber jemand beim Matheunterricht etwas nicht mitbekommen. Aber wer behauptet auch, dass Diplom Volkswirtinnen rechnen können müssen. Es kann natürlich sein, dass Frau Herrmann in anderen Zeithorizonten denkt als ich.

Die 3.300.000.000 EUR Schulden der Stadt sind bei Schließung des kommunalen Kinos in 11.000 Jahren locker bezahlt. Ja, Frau Herrmann, Sie sagen es, die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Schön, wenn man diese Sprache auch versteht.

Für wie dumm werden die Bürger hier eigentlich gehalten?

Die Stadt ist pleite, weil sie sich weigert zu sparen und sich Luxusartikel wie kommunale Kultureinrichtungen gönnt. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten und das Deutsche Steuerzahlerinstitut betreiben hier übelste Propaganda, in dem Sie Ursache-Wirkung-Ketten knüpfen, die nicht existieren. Wieder wird hier der falsche Eindruck erweckt, die Kommunen wären pleite, weil sie das Geld mit beiden Händen aus dem Fenster schleudern. Steigende Sozialkosten, Kosten für Entscheidungen des Bundes, des Landes, der EU, Entsolidarisierung der Gesellschaft, wachsende Arbeitslosigkeit, all das, was die Neoliberale Gesellschaft an Auswüchsen hervor bringt, kommt in der Welt von Frau Herrmann und den Deutschen Wirtschafts Nachrichten nicht vor.

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